Stellenanzeigen richtig lesen

Stellenanzeigen richtig lesen
Stellenanzeigen richtig lesen

Was steckt hinter welcher Formulierung? Was sagt die Anzeige über die Unternehmenskultur aus? Welche versteckten Codes gibt es? Worauf Sie beim Lesen von Stellengesuchen achten sollten, erfahren Sie hier.

Bewerbungstraining ist ein wichtiger Bestandteil der Outplacement-Beratung. Deshalb taucht das Thema auch immer wieder auf unserem Outplacement-Blog auf, beispielsweise hier oder hier.
 
Heute soll es darum gehen, wie man Stellenanzeigen korrekt liest. Denn ebenso wie im Arbeitszeugnis finden sich auch hier versteckte Hinweise, die man als Bewerber richtig deuten muss. In einer Stellenausschreibung stecken wesentlich mehr Informationen, als auf den ersten Blick erkennbar. Nicht nur im Text selbst, sondern auch hinsichtlich Gestaltung und Aufbau. Wir zählen hier relevante Aspekte auf.

Was steht zwischen den Zeilen?

Einer der wichtigsten Punkte einer Stellenanzeige sind die Anforderungen, die Bewerber für die ausgeschriebene Position mitbringen müssen. Eine Frage, die sich Interesssenten dabei häufig stellt: Muss ich wirklich alle Anforderungen erfüllen? Nein. Unerlässlich sind nur die an oberster Stelle aufgeführten Qualifikationen. Alle anderen sind wünschenswert. Achten Sie hierbei auch auf Schlüsselwörter wie „erforderlich“, und „notwendig“ – das heißt, die mit diesen Attributen versehenen Kompetenzen sind für den Arbeitgeber unabdingbare Voraussetzung. Dennoch steigen natürlich Ihre Chancen, je mehr Qualifikationen Sie mitbringen. Sie sollten bedenken, dass kaum ein Bewerber alle Anforderungen zu 100 Prozent erfüllt. Eine Stelle kann passend für Sie sein, selbst wenn Sie einige Qualifikationen nicht mitbringen.

Prüfen Sie die Feinheiten der Sprache! Die Tonalität der Stellenanzeige verrät Ihnen einiges über das Klima im Unternehmen. Enthält die Anzeige nur den Anforderungskatalog („Wir erwarten“), oder versucht der Arbeitgeber auch, sich und die Position als attraktiv vorzustellen? Unter „Wir bieten“ listen viele auf, welche Vorteile es hat, in ihrem Unternehmen zu arbeiten. Nur die Anforderungen aufzuzählen, reicht in Zeiten des Fach- und Führungskräftemangels häufig nicht mehr aus. Eine Stellenanzeige der altmodischen Form verrät Ihnen: Dieses Unternehmen erhält so viele Bewerbungen, dass es nicht nötig hat, die Position besonders zu bewerben. Oder aber: In diesem Unternehmen herrscht ein „old-school-Umgang“ mit dem Personal.

Wichtig ist auch: Hat das Unternehmen eine eigene Karriere-Website die weitere Auskünfte gibt? Falls nicht oder ist dort nur der Text der Stellenanzeige abgebildet, können Sie sicher sein, dass die Personalmarketing-Abteilung nicht auf der Höhe der Zeit ist. Ein Rückschluss auf die Qualität des Personalmanagements ist durchaus erlaubt.

Häufig zu finden, sind darüber hinaus auch ungenaue Formulierungen wie „mehrjährige“, „viel“, „hoch“. Hier gilt es, die eigene Erfahrung realistisch einzuschätzen. Relativ eindeutig hingegen sieht es bei den Sprachkenntnissen aus:

Grundkenntnisse -> Sie können einfachste Sätze verstehen.
Gute Kenntnisse -> Sie können sich im Alltag gut verständigen.
Fließend -> Sie können problemlos Unterhaltungen führen, Schriftverkehr aufsetzen und verstehen.
Verhandlungssicher -> Sie sind in der Lage, komplexe Sachverhalte aus Ihrem Fachbereich zu diskutieren und Fachtexte zu verstehen sowie zu verfassen.
Muttersprache -> Sie sind mit der Sprache aufgewachsen und können sich sowohl schriftlich als auch mündlich perfekt ausdrücken.

Anzeigengestaltung

Hier gibt es eine Faustregel: Je größer die Anzeige, desto wichtiger ist die ausgeschriebene Position. Dies gilt auch für die Farbigkeit der Anzeige und Fotos: Ist die Gestaltung besonders aufwendig, handelt es sich um eine wichtige Stelle. Bilder in Anzeigen sind allerdings recht selten.

Codes deuten können

Sie kennen das vom Führungszeugnis: Die Beurteilungen sind codiert. Doch während dort die meisten Bedeutungen hinlänglich bekannt sind, ist das bei Stellenausschreibungen nicht unbedingt der Fall. Nicht jeder kann die Bewerbungssprache deuten und es kommt immer wieder zu Missverständnissen. Nutzen Sie diesen Umstand für sich und seien Sie Ihren Mitbewerbern um eine Nasenlänge voraus!

Hier einige Beispiele:

Belastbarkeit: Diese Eigenschaft ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Wird sie explizit in einem Stellengesuch erwähnt, müssen Sie sich auf ein besonders hohes Maß an Mehrarbeit einstellen.
Mobilität: Besitz von Führerschein und (meistens) Auto werden verlangt. Sie müssen sich darauf einstellen, viel unterwegs zu sein.
Selbstständigkeit: Sie werden viel Eigenverantwortung tragen und Entscheidungen selbstständig fällen.
Überdurchschnittliche Bezahlung: Eine ungenaue Aussage. Hier können Sie nicht automatisch mit einem Top-Gehalt rechnen, denn Sie wissen nicht, an welchem Durchschnitt sich diese Angabe orientiert.

Ob versteckte Bedeutungen oder unrealistisch hoch erscheinende Anforderungen: Die Arbeitnehmer wollen es Ihnen damit nicht schwer machen – Sie als Bewerber profitieren, denn Sie erhalten zusätzliche, nützliche Informationen. Man muss sie nur zu entschlüsseln wissen!

http://www.jobware.de/Ratgeber/Stellenanzeigen-richtig-lesen.html

Abgelegt in: Ratgeber & Hintergründe

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